Bedeutung
Der Warteggpark zählt schweizweit zu den wenigen noch erhaltenen Landschaftsgärten dieser Grösse. Die meisten mussten dem Siedlungsdruck weichen. Geplant wurde der Park in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach dem Vorbild englischer Gartenarchitektur. Die bewusst gestalteten Baumgruppen, Alleen und freien Wiesenflächen stehen in wechselseitiger Wirkung.
Anette Freytag, Kunsthistorikerin und Spezialistin für Historische Gärten, beschreibt den Park folgendermassen: „Ein Park, wie er in der Art von Wartegg vorliegt, ist als Gesamtkunstwerk zu betrachten. Er ist künstlerisch verfeinerte Natur und zu vergleichen mit einem Gemälde. Ein solcher Park bietet einen ästhetisch verfeinerten Naturgenuss. In der Schweiz gibt es wenige Beispiele dieser Art.“
Zukunft
Eine Überbauung würde die ganze Anlage zerstören. Deshalb sind der Gemeinderat Rorschacherberg und die IG Warteggpark bestrebt, Mittel zum Rückkauf des Baulands zu beschaffen. Ziel ist es, den westlichen Parkteil in die Grünzone einzuteilen und damit einen dauerhaften Schutz sicherzustellen.
Der Gemeindrat sieht vor, eine Stiftung zu gründen, die Unterhalt und Pflege dieses Teils übernehmen kann. Sie kann sich für die ökologische Vielfalt einsetzen und auch Aspekte der Gartendenkmalpflege berücksichtigen.
Vertreter der Gemeinde Rorschacherberg, die Besitzer des Hotels Wartegg und weitere Interessierte können gemeinsam innovative Ideen entwickeln, wie der Park in Zukunft genutzt werden kann.
Ein bedeutendes Kulturdenkmal kann auf diesem Weg gesamthaft erhalten werden. Seine grosse Bedeutung für die Gemeinde und die ganze Region ist anerkannt und ausgewiesen.
Finanzierung
Swisscanto, die jetztige Besitzerin der nordwestlichen Bauparzelle ist bereit, auf das Bauvorhaben zu verzichten, wenn sie entsprechend
ihrer bereits getätigten Investitionen entschädigt wird. Die Kosten für die Übernahme der nordwestlichen Parzelle belaufen sich auf 4-5 Mio Franken. Es ist ein gemischtes Finanzierungsmodell vorgesehen: durch Spenden der öffentlichen Hand, Stiftungen und Institutionen, sowie von Privatpersonen.
Die IG Warteggpark hat ein eigenes Spendenkonto eröffnet, um sich an der Finanzierung zu beteiligen. Die eingegangenen Spenden
werden ausschliesslich für den Erhalt des Warteggparks eingesetzt. Es ist empfehlenswert, den Beleg Ihrer Spende zu behalten, bis das Projekt erfolgreich abgeschlossen ist.
Wir sind überzeugt, dass mit tatkräftiger Unterstützung von allen
Seiten, der Warteggpark als Naherholungsgebiet und Kulturdenkmal erhalten werden kann, für uns und kommende Generationen.
IG Warteggpark
Die Interessegemeinschaft Warteggpark vertritt die 2750
„Freunde des Warteggparks“
Lobeck Eva, Initiantin, parteilos
Buob Michael, CVP
Dornbierer Fritz, SP
Enzler Vroni, SP
Fasola Monika, parteilos
Graf Josef, CVP
Stäuble Adi, parteilos
Würth-Zoller Felicitas, CVP
Geschichte
| 1557 | Bau des Schlosses Wartegg durch Caspar Blarer von Wartensee |
| 1860 | Herzogin Louisa von Bourbon-Parma wird neue Besitzerin. Sie lässt einen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild anlegen. Die Grundstruktur ist bis heute erkennbar. |
| um 1916 | Schloss Wartegg wird Zufluchtsort für die österreichische Kaiserin Zita und ihre Familie |
| 1924 | Verkauf an den Industriellen Gustav Mez |
| bis 1960 | Schloss wird zum Spekulationsobjekt, mehrere Besitzerwechsel |
| 1960 | das ganze Areal wird in die Bauzone eingezont |
| 1962 | ganzes Schlossinventar wird versteigert |
| 1968 | im Rahmen einer Zivilschutzübung soll das Schloss abgebrochen werden, das Amt für Kulturpflege greift ein |
| 1973 | Bau der Telefonzentrale am südlichen Rand des Parks |
| 1979 | Gründung der Stiftung „Pro Wartegg“ um das Schloss vor dem völligen Zerfall zu retten |
| 1983 | Genehmigung des 1. Gestaltungsplans für den westlichen Teil |
| 1986 | Eröffnung der Warteggabteilung im Museum im Kornhaus Rorschach, Einweihung durch Kaiserin Zita |
| 1990 | Initiative zur Umzonung in Grünzone wird abgelehnt, die Entschädigungssumme von 12-14 Mio für eine Schlossruine im abgesperrten Park verfehlt ihre abschreckende Wirkung nicht |
| 1994 | Anna Angelika und Christoph Mijnssen erwerben das Schloss und den östlichen Parkteil, umfassende Erneuerung |
| 1997 | 2. Gestaltungsplan für den westlichen Parkteil wird genehmigt |
| 1998 | Eröffnung von Schloss Wartegg als Hotelbetrieb |
| 2002 | Versteigerung der Parzellen im westlichen Park |
| 2006 | Baugesuche für die beiden Parzellen im westlichen Parkteil werden eingereicht |
| 2007 | Beginn der Unterschriftensammlung „Freunde des Warteggparks“ |
| 2007 | Zur Erhaltung des süwestlichen Parkteils vermittelt der Gemeinderat einen Landabtausch |
| 2008 | Baubewilligung für die Nordwestparzelle wird erteilt, Rekurse sind zur Zeit beim Kanton hängig |